Wir sind spezielle Reisende, wir besuchen gerne die Handwerker. Den berühmten Preikestolen

lassen wir aus, da gibt es wunderschöne Bilder dazu im Internet und auf dem Felsen selber soll es Hundertschaften von Touristen haben.
Wir suchten also im Internet nach einer Weberei und wurden beim Teppichweber fündig. Das war wirklich der Höhepunkt des Tages, der Besuch in dieser familiengeführten Weberei hier in Stavanger. Unter dem Link ist ihre Website, sie haben schönere Bilder ihrer Arbeit als wir machen konnten.
Sie weben unter anderem mit Webstühlen aus den Jahren 1810 und 1860. Es waren schon damals industrielle Webstühle, der heutige Chef hat mit Pneumatik ein bisschen nachgerüstet. Es ist einfach berührend zu denken, dass diese «Maschinen» seit über 200 Jahren ihre Dienste tun. So viele Generationen hatten ihr Auskommen damit und noch heute wird das Material gepflegt und an heutige Bedürfnisse angepasst. Wir kamen in den Genuss einer Werkstattführung. Philipp und der Boss simpelten ein bisschen Fach.
Die nächste Generation wird bald übernehmen und das erste Enkelkind des Chefs höcklet im Laufgitter im Pausenraum und wächst ins Business hinein.



Sie stellen aus einem Jutefaden, mit begleitendem Wollfaden und verschiedenfarbenen Wollfäden darum herum kilometerweise Schuss her. Damit weben sie die Teppiche.

Ihr längster Teppich für eine Kirche mass 48 Meter.



Es sind so sympathische Leute! Zum Schluss habe ich ihnen eine Jacke abgekauft.

Als nächstes haben wir am Hafen das Maritime Museum besucht, angeschlossen war gleich noch ein City-Museum und eine Nachbildung einer Kolonialwarenhandlung. Beim Anblick dieser Bark (Seehelden, stimmt das?)

wurde ich gerade sehr müde. Diese Arbeit! Da muss man früh aufstehen, wenn das Ding gut laufen soll.
Am Morgen war es noch trocken, wir haben eine Erkundungstour dem Meer entlang gemacht. Die Seehunde lagen wie versprochen auf den Felsen.


Schafe weiden überall und auch Kühe sind unterwegs. Mir gefielen die Feldabtrennungen mit Steinen. Immer etwas machen aus dem, was man hat. Mein Motto.



Manchmal möchte ich mehr von Erdgeschichte und Geologie verstehen. Hier am Strand fanden wir alle Farben der Steine und Felsen, unterschiedlichste Materie und interessante Formen. Warum bloss habe ich in der Schule nicht mehr aufgepasst?





Nun gibt es Abendessen. Ich mag es, in immer neuen Küchen zu kochen. Und etwas zu machen aus dem, was wir haben.
… und die Blogschreiberin, die immer über mich schreibt, sie liebe ich heiss und bin dankbar, dass sie mich trotz neuer Küchen immer wieder mit hervorragenden, Michelinsterne-, und Gault Millau punktewürdigen Menus verwöhnt. Ohne sie wäre das alles nichts!
Eine Weberei! Jedem das Seine. Für euch Wolle und Weben, was sehr schön ist und gemütlich. Auf die Jacke bin ich gespannt – Muster abnehmen? Nachnähen?
Die Gesteine sind hauptsächlich Gneis, zum Teil Granit, beides mittlerweile anderthalb Milliarden Jahre alt. Also respektvoll behandeln!
Richtig, alles respektvoll behandeln. Das tun wir.
Wir nehmen keine Steine mit. Ausser für deine Knöpfe 😍
Leider verstehe ich nicht viel vom Weben, aber diese Webstühle haben mich doch beeindruckt! Und so alt und immer noch funktionstüchtig. Gut, dass Du die Jacke gekauft hast, und die Bilder der Webstühle hast Du ja auch auf Deinem Compi. Die Grenz-Steinmäuerchen gibt es auch bei uns im Jura. Menachem meinte damals, sie bezeichnen die Schweizergrenze!