Wir haben noch einen draufgemacht. Der Ulriken misst 643 Meter über Meereshöhe. Der Fløyen gestern ist bloss 400 Meter über Meer. Der Aufstieg heute war toll aber anstrengend. Es begann gesittet.

Die Norweger haben 2016, wie man lesen kann, Sherpas eingeflogen, um eine Treppe auf den Berg zu bauen. 1333 Stufen seien es bis zuoberst.

Dann wurde es etwas steiler.




Die Aussicht lohnte die Anstrengung.

Nach dem schweisstreibenden Aufstieg fuhren wir mit der Gondel ins Tal. Die Treppenstufen sind doch ziemlich hoch und wir schonten unsere Knie. Vielleicht hat Oslo auch noch Berge zum Besteigen, da möchten wir noch fit sein.
Vor diesem Aufstieg haben wir heute auf meinen Wunsch hin den Waldgarten (auf der Route zum Ulriken) besucht.

Es ist eine Nachhaltigkeitsinitiative auf freiwilliger Basis, bei der Leute im Wald Essen anpflanzen. Wir haben Kräuter gesehen, viele Beeren, Obst- und Nussbäume. Hier Beinwell, Himbeeren und Rhabarber.

Weil in Bergen von der Vegetation her erst Frühling ist, sind viele Jungpflanzen noch in Behältern und werden wahrscheinlich bald ausgepflanzt. Mich begeistert das Thema. Es ist ein symbiotisches System, in dem die Pflanzen einander Nahrung geben und nicht viel Pflege brauchen.


Nach einer kurzen Pause zu Hause sind wir nochmals in die Stadt spaziert und haben am Hafen den Seglern beim An- und Ablegen zugeschaut. Später haben wir die Räumlichkeiten des alten deutschen Hansestadt-Handels Bryggen besichtigt, es hatte aber einfach sehr viele Leute da. In jedem der alten Häuser hat es Souvenirshops. Ich verstehe ja, dass der Tourismus wichtig ist als Stütze für die Geschichte der Stadt.

Heute Abend kochen wir zu Hause alles, was wir noch haben. Morgen gehen wir noch einmal auswärts essen und am Donnerstag ziehen wir per ÖV weiter. Da sollten die Vorräte möglichst aufgebraucht sein.
Noch ein paar Worte zu den Kreuzfahrern: Es gibt unterschiedliche Niveaus. Es gibt Schiffe, die eine gewisse Reisekultur hochhalten; es gibt wissenschaftlich begleitete Reisen in die hohen Breiten und zu speziellen Umweltthemen und es gibt Schiffe, meistens die Low-Budget-Kähne, wo Judihui-Radau herrscht. Jedes Segment zieht seine Klientel an. Wenn sich bei Landausflügen massenhaft Passagiere an einzelnen Hotspots ergiessen, fällt es auf, woher sie kommen. Klar mag ich es jedem und jeder gönnen, wenn sie Spass haben. Benehmen kann man sich trotzdem.
Die ruhigste Kreuzfahrt, die wir je erlebt haben, führte uns im Oktober 2022 von New York nach Southampton. Ohne Landausflüge, versteht sich.
Schon speziell, wenn man sich auf 643 MüM im Hochgebirge befindet. Das fand ich immer einmalig in Norwegen. Pässe, karge Landschaften fast ohne Bäume, und trotzdem nur ein paar Meter über dem Meeresspiegel.
Dieser Waldgarten ist spannend. Darf man sich da einfach bedienen und anpflanzen, oder ist es irgendwie geregelt?
Es ist ein Kollektiv von EnthusiastInnen, da müsste man sich wahrscheinlich melden bei denen. Sie suchen immer Freiwillige, Sabine! Ernten dürfe man, in Norwegen gilt ja das Jedermannsrecht.
Für mich ist das Problem der Kreuzfahrtschiffe die Menge der Leute. Gestern auf dem Fløyen hatte ich eher Mühe damit, wenn da Bahn um Bahn die Leute vom Schiff ausspeit. Negative Erfahrungen mit diesen Leuten habe ich überhaupt keine gemacht, im Gegenteil.
Geschafft, mir «nahe zu treten», haben es eher die nicht kreuzfahrenden, ihr Smartphone einen Meter vor sich her tragenden, ohne Rücksicht, weder links oder rechts schauenden (ausser auf Kommando des Reiseleiters auf dem Headset), wie ein Dampfschiff vorbeipflügenden und alles niederwalzenden Ostasiaten.
Die ostasiatischen Gäste haben leider keine Zeit, auf die Landschaft oder auf andere Leute zu achten. Sie müssen in zehn Tagen acht Länder absolvieren, Zytglogge und Luzern und Bergen und Eiffelturm und Big Ben. Zudem müssen sie 100 TB Föteli in die Cloud laden um ihre Anwesenheit an den Hotspots zu beweisen. Also hab bitte Verständnis, lieber Philipp. 😉
Diese Sherpa-Treppe!! Ihr seid ja wirklich unglaublich fit – – zum Glück für Knie und Beinmuskeln (Muskelkater) seid ihr dann mit dem Bähnli wieder runter gefahren. Das sicher gewohnt feine, phantasievolle Resten-Znacht habt ihr verdient. Gute Weiterreise!
Fit ist anders 🙈
Aber einfach stetig bis zuoberst. Ich darf bloss nicht zurückschauen
Dieser Treppenpfad ist einmalig. Um den zu erklimmen, muss man jung sein. Gut, dass ihr hinuntergegondelt seid. Wer solche Treppen bauen kann, besteigt auch den Himalaya. Und dass man Essen in einer Wiese anbauen kann, wird immer bekannter. – Für die letzten Tage mit dem OeV wünsche ich euch viel Glück !