Mich interessierte noch das Henrik Jbsen-Museum.

Es ist klein, informativ, aber ich habe gemerkt, dass ich die Bücher und Dramen von ihm wiederlesen sollte. Und möchte. Vieles würde ich bestimmt heute anders erleben als vor vielen Jahren.

Anschliessend liefen wir die paar Schritte zum königlichen Schloss. Dort kann man bis fast an die Mauern heranstehen und zu den Fenstern hineingucken.

Es hat schon Wachleute, die sind aber mit ihren Choreografien beschäftigt. Wahrscheinlich würden sie trotzdem eingreifen, wenn ich ans Fenster klopfen würde. Das Schloss kann man geführt besichtigen. Darauf haben wir aber verzichtet. Sonst habe ich dann zu Hause nur wieder Ideen. Mein Pensionato musste mir diesen Frühling schon einen Mikro-Schlossgarten anlegen. Dieser ist nun voller Kräuter und Gemüse, denn von reiner Ornamentik hat man nicht gegessen.

Wir spazierten also durch den riesigen Schlosspark. Er ist 1847 eröffnet worden, noch bevor der Palast fertig gebaut war. Seitdem ist er für das Publikum offen, etwas, das einzigartig sei in Europa.

Die grossen Bäume seien schon sehr alt. Teilweise werden sie gestützt, wie zum Beispiel diese Flieder.

Andere sind mit Hilfe von eisernen Kabel zusammengehalten. Das ist kein Symbol für die Monarchie, es wird hier einfach Sorge zur Infrastruktur getragen und die Bevölkerung ist eingeladen, daran teilzuhaben. Da könnte sich der blondierte Freibeuter ennet dem grossen Teich ein Vorbild daran nehmen.
Hier sitzen Frauen auf einer Wiese vor dem Palast. So ein friedliches Bild!


Eine Nebelkrähe.



Der Ex-Imker schaut sich die Kästen an.


Die Norweger scheinen ein freundliches Volk zu sein. Es hat bloss ein paar wenige im Hinterhof sozialisierte Fuzzis, die mit ihren zu kurz geratenen Gliedmassen und ihrem Aufheul- und Knatterfahrstil (nada Stil) die abendliche Ruhe in den Strassen stören.
Und was noch speziell ist bei den Norwegern: sie sind gross. Manchmal reichen mir die Waschbecken und die Küchenzeilen fast bis ans Kinn. Trotzdem, auch den grössten sch… die Möwen auf den Kopf.

Nun wollten wir noch aufs Wasser, weil wir nächsten Sommer vielleicht wieder segeln gehen. Wir rekognoszierten den obersten Teil des Oslofjordes auf einem Touriboot.

Philipp hat den Track aufgezeichnet. Gut, wenn man einen Segler mit Navionics auf dem Handy dabei hat. Beim Bezahlen sagte ich dem grossen blonden Norweger Alex, dass wir den vollen Preis bezahlen müssen, weil unser Oslopass vor zwei Stunden abgelaufen sei. Er gab uns den Rabatt trotzdem, denn ich würde wie eine nette Frau aussehen. Ist doch auch mal was!
Für einmal war kein Drängeln und Schubsen auf dem Boot. Kein Hauen und Stechen mit den bunten Sonnenschirmchen. Ich hatte mich innerlich schon darauf vorbereitet und wollte wie immer sehr friedlich bleiben.
Hier sieht man den historischen Leuchtturm Dyna Fyr. Er steht auf einer kleinen Felseninsel und ist heute ein Restaurant.



Nach dem Ausflug aufs Meer machten wir eine kleine Pause im sonnigen Lindenpark. Hier beendete ich die Arbeit an meinem neuesten Pullover aus norwegischer Wolle, in Norwegen gestrickt.



Philipp meinte, so langsam könnte ich damit anfangen, die vielen Pullover zu verkaufen. Der Mann denkt weiter. In 18 Monaten ist es aus mit der Hebammen-Salär-Herrlichkeit und da käme ihm ein kleiner Nebenverdienst wahrscheinlich kommod.
Ich habe kurz nachgerechnet. Diese wunderbare Wolle hier ist maschinenwaschbar und ich könnte sie direkt in allen möglichen Farben von Sandnes kommen lassen. Die Wolle aus dem Emmental, die ich selber spinne, wäre natürlich noch ein bisschen teurer. Das Label «vo hie» habe ich schon länger. Das passt. Nächstens entwerfe ich also einen Businessplan.
Wir geniessen einen letzten Apéro in einer sympathischen Brasserie. Zuhause werde ich dann bestimmt Dry July machen oder vielleicht Dry Rest of my Life? Wahrscheinlich eher ersteres.

Es gäbe noch sehr viel zu sehen. Vielleicht kommen wir wieder?

Danke für alle Kommentare, das war schön, ein bisschen verbunden zu bleiben. Morgen ziehen wir weiter. Zurück nach Hause. Wir freuen uns.
Die physische Grösse der Norweger, für Marianne bei den Waschbecken und Küchenzeilen ein Hindernis, ist mir selber anderswo bewusst geworden: Fast auf jeder Herrentoilette habe ich nach einem Schemel Ausschau gehalten, um ihn vors Pissoir zu stellen…
Danke, Marianne, für deinen Blog. Es ist jedesmal eine Freude, wenn du bereits beim Verfassen eines Beitrags für dich lachen kannst. Ich liebe deinen Humor.
Liebi Marianne
Danke viumau hesch üs mitgno uf eui einmalegi Reis.
Isch immer sehr churzwilig und informativ gsi.
Diner schöne Biuder wird ig vermisse.
Grüess mir Burgdorf.
Uf was ig mi fest freue daheime isch so e richtig feine Chopfsalat.
Ig wünsche euch e agnähmi Heireis!
Läbet euch guet i.
Liebi Grüess
Vo de Lofote
Esther
Hoi liebi Esther, danke fürs Kommentar schribe, dank öine Bilder chöi mir nochli verlengere!
Heits guet!
Schon wieder fertig Ferien. Zum Glück ist „nach den Ferien“ zugleich „vor den Ferien“! Die Pension naht, damit deine Wunscherfüllung. Einen Monat laatsche? Eine Reise in den Süden (ist für andre schick und fein) oder ein Törn in noch unbekannte Gewässer? Euch wird was Passendes einfallen.
Willkommen zuhause, im Garten und im Läbe A. Danke für den Blog!
Ja genau, itz cha ig afa plane. Affaire à suivre 🤩
Bleibt noch ein paar Monate und postet Fotos, die Bilder sind auch für mich schöne Erinnerungen, auch wenn’s bei mir schon 3 Jahre her ist.
Danke Küsu, bald kannst du ja auch jederzeit abhauen.
Wir sagen immer, e Monat Härdöpfu frässe, e Monet reise, e Monet Härdöpfu frässe, und so witer bismer tod umgheie 😅
danke Marianne für den Blog und die Fotos- sind ja so wunderschön, unglaublich, was ihr alles erlebt habt!! Gutes Nach-Hause-Kommen und Einleben zuhause!!
liebe Grüsse
Monika
Danke liebe Monika!
Einen schönen Sommer euch und liebe Grüsse an alle!
Liebe Marianne
Ich habe mich jedes Mal so gefreut über eure schönen Fotos, habe mit Interesse deinen Bloc gelesen und oft geschmunzelt und gelacht!
Wie viel habt ihr erlebt, erfahren und gesehen. Das hat natürlich auch mit euren vielen verschiedenen Interessen zu tun!
Der Besuch des Munch Museums hat mich ganz besonders beeindruckt. Deine Fotos haben mir noch nie gesehene Bilder des Malers gezeigt und ich staune über die Vielseitigkeit der Motive und die schönen Farben, die er verwendet hat.
Ganz herzlichen Dank, liebe Marianne!
Kommt gut nachhause und liebe Grüsse an euch beide! Lina
Danke Lina
Wir sind auch sehr erfüllt und beglückt.
Bis bald wieder!
Das war Norwegen zum ersten, 2027 ist wieder ein Törn geplant, und kommt dann Norwegen zum zweiten? Ich habe Deine Bilder und den Kommentar sehr genossen und vieles gesehen, wovon ich keine Ahnung hatte. Das eigene Bett heute Abend ist doch auch wieder schön, nicht? Bis bald!
Ja, das eigene Bett war gut, einfach in einem Backofen. Aber nun haben wir das Haus heruntergekühlt.
Wo meine Pensionierungsreise hinführen wird, wirst Du bestimmt als erste erfahren. Bis gli, danke für Deine Treue beim Kommentieren!