Skip to content
Menu
Sommerberichte 2026
Sommerberichte 2026

29. Oslo zum zweiten

Posted on 27. Juni 202627. Juni 2026

Wir sind viel gelaatscht, sehr viel! Und haben auch noch eine Fähre genommen.

Unterwegs an einer Boje sahen wir die Nariida. Eine Wally 105. Meine Güte, die möchte ich einmal fahren.

In der Stadt ist heute Highlife wegen der Pride. Deshalb verzogen wir uns auf die Halbinsel Bygdøy. Dort wollten wir das Kon Tiki-Museum anschauen und das Fram-Museum.

Beide liegen nebeneinander. Weil das Norsk Folkemuseum auch auf der Halbinsel liegt, haben wir zuerst dort einen Augenschein genommen. Dafür bräuchte es fast einen ganzen Tag, es ist sehr umfassend; gibt aber einen guten Eindruck vom Leben in Norwegen vor unserer Zeit. Im dazugehörigen Freilichtmuseum (schön gemacht wie Ballenberg) daneben konnten wir unter anderem nun doch noch eine Stabkirche anschauen.

Sie war nicht von im Akkord heiratenden Paaren besetzt wie damals die grösste Stabkirche Norwegens in Heddal, die wir am 6.Juni besuchen wollten.

Vom Norsk Folkemuseum aus hatten wir einen Spaziergang von gut 20 Minuten durch ein Villenquartier.

Hier wohnt vielleicht die Eignerin der Nariida? 🙂

Nun aber zu Thor Heyerdahl und seinen «Schiffen». Er wollte unter anderem beweisen, dass die Polynesischen Inseln im Südpazifik von Südamerika aus besiedelt worden sein könnten. Er baute also ein Floss aus dem Material, das die Menschen schon vor 1500 Jahren besessen hatten und stach in See. Es gibt zwei Filme über die Expedition. Einen von 1950 mit Originalfilmmaterial und einen neueren von 2012.

Es war eindrücklich, das Original-Floss hier im Museum zu sehen. Einzelne Teile davon sind nachgebaut worden weil die Kon Tiki im Atoll von Raoroira auf den Tuamotus fast zerbrach. Keine zehn Pferde brächten mich auf so ein Vehikel. Vor allem nicht im Südpazifik.

Das Heck der Kon Tiki.

Von seinen anderen Expeditionen ist auch noch ein Nachbau der Ra II ausgestellt mit der er 1970 den Atlantik überquert hatte. Das Original war aus Papyrus erstellt worden.

Verrückter Norweger. Aber mutig und neugierig, furchtlos und entschlossen. Leider hat ihn während der Fahrt auf der Kon Tiki seine erste Frau verlassen.

Das Original der Fram zu sehen war auch sehr berührend. Das Schiff war 1892 gebaut worden und diente Fridtjof Nansen, Roald Amundsen und Otto Sverdrup 1893-1912 als Expeditionsschiff in die Arktis und in die Antarktis. Man kann auf und in das Schiff zur Besichtigung. Diesen Kahn hier könnte ich NICHT fahren. Zuviele Leinen, Taue, Fallen, Schoten, Tampen und Segel. Sie besass zuerst eine Dampfmaschine und ab 1910 einen Dieselmotor.

Oben ist ein Bild vom verstärkten Bug innen zu sehen. Damit wurde erreicht, dass die Fram dem Eisdruck standhalten konnte. Nansen liess das Schiff absichtlich vom Packeis einschliessen um mit der zirkumpolaren Eisdrift mitzugehen. Fast drei Jahre lang war das Schiff gefangen.

Verrückte Norweger. Aber mutig, neugierig, furchtlos und entschlossen. Ob diese von ihren Frauen verlassen wurden währenddem sie jahrelang unterwegs waren, entzieht sich meiner Kenntnis.

Fazit des heutigen Tages? Ich habe viel gelernt und bin wieder einmal demütig und voller Staunen. Aber es ist schon so: wenn man zu Hause eine Frau hat, die zu Haus und Hof schaut und die Kinder aufzieht, kann Mann sich den Abenteuern und dem Ruhm widmen.

Heutzutage scheint das etwas anders zu sein. Wir sehen sehr viele junge Väter mit Kinderwagen und Tragetüchern. Elternzeit und Quoten scheinen einen Einfluss zu haben. Norwegen sei eines der führenden Länder punkto Gleichberechtigung, lese ich nach. Tiptop so.

2 thoughts on “29. Oslo zum zweiten”

  1. Muetti sagt:
    27. Juni 2026 um 19:57 Uhr

    Diese Bilder sind sehr eindrücklich – erst das grosse, hochmoderne Segelschiff, die Nariida, und dann die «FRAM» und die Kon Tiki, Von der FRAM habe ich nur mit heissen Backen gelesen, aber die Kon Tiki habe ich erlebt. Leider weiss ich nicht mehr, wer sie begleitet und kommentiert hat. Als sie am Ende ihrer Reise fast zerbrach und Heyerdahl um sein Leben bangte, hatte auch ich Angst um ihn. Leider habe ich den Film nie gesehen. – Endlich habe ich eine Stabkirche auch von innen gesehen dank Deinen Bildern, Marianne. Sehr eindrücklich!

    Antworten
  2. Sabine sagt:
    28. Juni 2026 um 19:51 Uhr

    Vielleicht ist die Gleichberechtigung auch eine Art Mut zum Abenteuer für die Männer? Vielleicht war es damals die Ferne, die Herausforderung bot – aber Nähe kann eben auch fordernd sein.
    Danke für die Bilder, wirklich beeindruckend.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar Antwort abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Juni 2026
M D M D F S S
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  
« Mai    

Impressum:

Dies ist der Blog «Sommerberichte 2026» von Marianne und Philipp

Kontakt:

E-Mail
©2026 Sommerberichte 2026 | Powered by SuperbThemes